Louise Talma (1906-96)
Louise Talma wurde in Frankreich geboren, wuchs in New York auf und erhielt dort Ihre Ausbildung an der New York University, an der Columbia University, sowie an der Juilliard School. Ihr intensivstes musikalisches Training wurde ihr jedoch am Amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau zuteil, wo sie Klavier bei Isadore Philipp studierte und später Komposition bei Nadia Boulanger, die ihr für viele Jahre Freundin und Kollegin war.
In den 40er Jahren besuchte Talma die MacDowell Colony in Petersborough, New Hampshire. Unter dem Einfluss der „Boston Group“ von Komponisten (Lukas Foss, Irving Fine, Harold Shapero, Claudio Spies, Arthur Berger und Alexie Haieff) entstanden dort die meisten ihrer Werke.
Ihr Schaffen beeinhaltet mehr als 40 größere Werke, darunter Orchesterstücke und eine dreiaktige Oper. Man verlieh Ihr zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u.a. die Ehrendoktorwürde, 2 Stipendien des National Endowment for the Arts und ein Fulbright Stipendium. Talma war außerdem die erste Frau, die 2 Guggenheim-Stipendien erhielt und in das National Institute of Arts gewählt wurde. Sie war die erste Amerikanerin, die in Fontainebleau lehrte, deren Oper in Deutschland aufgeführt wurde und die erste Frau mit der Sibelius Medaille für Komposition.
Louise Talma starb 2 Monate vor ihrem neunzigsten Geburtstag in der Künstlerkolonie Yaddo in der Nähe von Saratoga Springs, New York. Sie war gerade dabei, einen Liedzyklus zu komponieren.
Der Gesang einer Nachtigall, den sie während ihres Aufenthalts in der American Academy in Rom hörte, inspirierte sie zu The Ambient Air. Kriechende Nebelschwaden, peitschender Regen und Windkapriolen runden die Natureindrücke dieses faszinierenden Werkes ab.