NADIA BOULANGER (1887-1979)

Nadia Boulanger - Musikpädagogin, Komponistin, Dirigentin und Organistin - studierte am Pariser Konservatorium bei Gabriel Fauré Komposition, bei Guilmant und Vierne Orgel und bei P.Vidal Harmonielehre. Mit 21 Jahren gewann sie den zweiten Rompreis mit ihrer Kantate "La Sirène". Von 1909 bis 1924 war sie Assistentin in der Harmonieklasse des Pariser Konservatoriums, Lehraufträge folgten an der Ecole Normale de Musique und am Amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau, dessen Leitung sie 1950 übernahm. Außerdem trat sie im europäischen Ausland, in den Vereinigten Staaten und in Kanada als Dirigentin und Referentin auf.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ging Nadia Boulanger in die USA, wo sie u.a. am Radcliffe College in Cambridge (Mass.) und an der Juilliard School lehrte. 1938 dirigierte sie als erste Frau das Boston Symphony Orchestra. 1946 kehrte sie nach Frankreich zurück und betreute eine Klasse für Klavierbegleitung am Pariser Konservatorium. Zugunsten Ihrer Lehrtätigkeit, die ihr außergewöhnlich hohe internationale Anerkennung einbrachte, verzichtete sie auf eine Karriere als Komponistin: Ihre Schwester Lili Boulanger, George Gershwin, Aaron Copland und viele andere namhafte Komponisten aus aller Welt gehörten zu ihren Schülern. Der Fürst von Monaco ernannte sie zur Kapellmeisterin an der Kathedrale von Monaco. Man verlieh ihr zahlreiche Titel und die Ehrendoktorwürde.