Der Seelenvogel von Stefans Grové nach einer afrikanischen Sage: 1. Beschwörung Es war einmal zu ferner Zeit, in einem fernen Land ein alter Menschenstamm, der in einer wüstenähnlichen Landschaft lebte, wo die Sonne während des Tages warm auf die Erde schien und die Sterne in der Nacht ganz nahe funkelten. Eines Nachts, als alle anderen schliefen und der Häuptling allein am verglimmenden Feuer saß, sah er plötzlich eine große Sternschnuppe. Der Stern verwandelte sich in einen seltsamen Vogel, der anfing, ein klagendes Lied voller Sehnsucht zu singen. Der Häuptling sprach zu dem Vogel und fragte ihn, warum er so traurig sei. Da antwortete ihm der Vogel, er sei eine Seele ohne Körper, und nur er, der Häuptling, könne ihn wahrnehmen. Und er sagte auch, dass der Häuptling einen Körper ohne Seele hatte, so wie die Tiere. Wenn beide sich vereinigen könnten, dann würden sie weise wie ihre Vorfahren werden, wie die Sonne, der Mond und der Wind. Und so passierte es, dass Körper und Seele sich vereinigten. Auf einmal fielen um Mitternacht Sternschnuppen wie Regen vom Himmel, und jede verwandelte sich in einen Vogel, einen Seelenvogel. Und sie fingen an, von ihrem Traum zu singen und der Sehnsucht, ein Teil der anderen Stammesmitglieder zu werden. Als die Dämmerung nahte, hatte jede der Seelen einen Körper gefunden, und wie Vögel erhoben sie sich von der Erde and flogen der Sonne entgegen, um IHM zu begegnen und weise zu werden wie ER. |