Sir Eugène Goossens (1893-1962) [sprich: gu:snz]
war zwischen den beiden Weltkriegen in seiner Heimat ebenso bekannt wie seine Kollegen Edward Elgar, Frederick Delius, Frank Bridge, Benjamin Britten . Als Spross einer Londoner Musikerfamilie studierte er in Liverpool und am legendären Royal College of Music in London Komposition und Dirigat. Sein vor allem technisches Können muss enorm gewesen sein, und so wurde er Chefdirigent bedeutender Orchester wie Covent Garden Opera (1922), Cincinnati Symphony Orchestra (1931) und Sydney Symphony Orchestra (1947-1956). Sein besonderes Verdienst als Dirigent lag darin, dass er viele zeitgenössische Werke einem größeren Publikum zugänglich und verständlich machte.
Auch seine Kompostionen erreichten große Popularität. Dass viele, vor allem größere Bühnenwerke nach ihrer Uraufführung selten nachgespielt wurden, mag an ihren hohen technischen Anforderungen liegen, vielleicht aber auch an ihrem leicht rückwärts gewandten Kompositionsstil, der sich an Ravel, Debussy und dem reifen Richard Strauss orientierte. Das gilt aber wohl kaum für sein herrliches Frühwerk „Five Impressions of A Holiday“, das ebenso wie sein 1914 entstandenes Trio opus 6 (für Flöte, Violine und Harfe) seine besondere Liebe für die Querflöte erkennen lässt. Die Titel der 5 Sätze sprechen für sich. >> Programm IV – Meininger-Trio+Gäste
Text: Manuel Gerstner